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Borodajkewycz-Demonstrationen in Wien, Salus, 31.3.1965. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Borodajkewycz-Skandal

Der 1902 geborene Taras Borodajkewycz studierte in Wien Geschichte, promovierte 1932 und wurde Assistent bei Heinrich Srbik. Schon 1934 trat er, obwohl katholisch sozialisiert, der illegalen NSDAP bei und wurde daraufhin aus dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) ausgeschlossen. Im Krieg unterrichtete er Geschichte an der Deutschen Universität Prag.

Als ehemaliges Mitglied der NSDAP als „Minderbelasteter“ eingestuft, konnte er seine Karriere in der Zweiten Republik fortsetzen und erhielt 1955 den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Hochschule für Welthandel in Wien, wo er seine Lehrveranstaltungen mit antisemitischen und auch neonazistischen Bemerkungen ausschmückte. Ferdinand Lacina, der spätere Finanzminister, besuchte 1961 seine Lehrveranstaltung. Er notierte Borodajkewyczs Aussagen und Heinz Fischer, der spätere Bundespräsident, veröffentliche den Text. Borodajkewycz erhob Anzeige gegen Fischer, der schließlich wegen Ehrenbeleidigung verurteilt wurde. Die Situation eskalierte, als der Kabarettist Gerhard Bronner die Aussagen aufgriff und Borodajkewycz in einer Pressekonferenz zu seinen Aussagen stand. Am 31. März 1965 kam es zu einer Großdemonstration am Ring, beim Zusammenstoß mit rechten Gegendemonstranten wurde der ehemalige Widerstandkämpfer Ernst Kirchweger tödlich verletzt. Erst 1971 wurde Borodajkewycz bei vollen Bezügen pensioniert.

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