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Stefan Oláh, Krems-Stein, 2015
Krems-Stein, 6. April 1945 – Räumung von Gefängnissen

Am 6. April 1945 ist die Front bereits in der Nähe der Stadt Krems. Gefängnisdirektor Franz Kodré lässt die etwa 1.900 Häftlinge des Zuchthauses Stein frei, darunter zahlreiche Gegner des NS-Regimes. Fanatische Wachebeamte drängen die Gefangenen mit Unterstützung von SS, SA, Wehrmacht und Volkssturm wieder in das Gefängnis zurück. Auf ausdrückliche Weisung des Gauleiters von Niederdonau Hugo Jury werden Gefängnisdirektor Kodré, sein Stellvertreter Johann Lang und drei Wachebeamte am Gefängnishof hingerichtet. Die Umgebung wird nach Inhaftierten, die flüchten konnten, abgesucht und die Bevölkerung zur Menschenhatz aufgerufen. Im Gefängnis Stein und bei der sogenannten „Kremser Hasenjagd“ werden zumindest 386 Personen ermordet. Schon wenige Tage später, am 15. April 1945, wird Stein abermals zum Ort eines Massakers. 44 Häftlinge aus den Todeszellen des Landesgerichtsgefängnisses Wien, die einen mehrtägigen Fußmarsch von Wien nach Stein zurücklegen müssen, werden auf Befehl von Gauleiter Jury durch Genickschuss hingerichtet.

 

Als die sowjetischen Truppen heranrückten, standen die Gefängnis-Verwaltungen vor der Frage, wie mit den Insass/inn/ en der Haftanstalten, darunter viele Regimegegner/innen, umgegangen werden soll. Unklare und sich überschneidende Machtbefugnisse führten zu unterschiedlichen Entscheidungen über das Schicksal der Häftlinge. Die Handlungsspielräume von Gefängnisdirektoren reichten von Entlassung von Häftlingen bis zu deren Ermordung. Während 44 zum Tode verurteilte Gefangene des Landesgerichtes Wien in Stein hingerichtet wurden, erlangten andere die Freiheit. Darunter befand sich Leopold Figl, der am 6. April 1945 entlassen wurde. Bereits am Tag davor konnten die Schriftstellerin Paula von Preradović und ihr Mann, der Journalist Ernst Molden, das Landesgerichts-Gefängnis verlassen. Sie schreibt in ihrem Tagebuch: „Daß wir am fünften heimkehren durften, verdanken wir nur den schon damals vom Süden her den Stadtrand erreichenden Russen.“

 

Quelle: Katalog, „41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt“, AutorInnen: Dieter A. Binder, Georg Hoffmann, Monika Sommer, Heidemarie Uhl