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Antisemitische Ausschreitungen, FotografIn unbekannt, Wien, März 1938. ÖNB, Bildarchiv Grafiksammlung.
Anschlusspogrome

Bereits in den ersten Stunden und Tagen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme setzten pogromartige Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung in Österreich ein. In Wien, wo mehr als 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung Österreichs lebte, prägten diese Ausschreitungen das Stadtbild. Anschlusspogrome sind aber auch aus anderen österreichischen Städten bekannt. Neben willkürlichen Verhaftungen und Plünderungen wurden vor allem die berüchtigten „Reibpartien“ von der jüdischen Bevölkerung als traumatisch erlebt. Jüdinnen und Juden wurden gezwungen, die Parolen der Schuschnigg Volksbefragung für ein unabhängiges Österreich auf Straßen und Gebäuden mit scharfer Lauge und Bürsten zu entfernen. Die Gewaltakte geschahen in aller Öffentlichkeit – vor den Augen und mit Unterstützung, Zustimmung oder zumindest stillschweigender Duldung breitester Bevölkerungskreise.  Sie verdeutlichen die Recht- und Schutzlosigkeit, der Jüdinnen und Juden sprichwörtlich über Nacht ausgesetzt waren.

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