Aufbruch ins Ungewisse - Österreich seit 1918. - Haus der Geschichte Österreich
Aktivitäten

Aufbruch ins Ungewisse - Österreich seit 1918.

Der Ausstellungsaufbau beginnt!
Das Haus der Geschichte Österreich bezieht seine Räumlichkeiten in der Neuen Burg am Heldenplatz

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) kann nach abgeschlossener Sanierung seine Räumlichkeiten in der Neuen Burg am Heldenplatz beziehen. Das Museum verfügt über eine Gesamtfläche von ca. 1.800 Quadratmetern. Bis zur Eröffnung am 10. November 2018 wird ab sofort die Ausstellung zum 100. Jahrestag der Ausrufung der Republik am 12. November 1918 aufgebaut. „Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918“ lautet der Titel der Eröffnungsausstellung, die einen Bogen über 100 Jahre wechselvoller österreichischer Geschichte spannt. Sie zeigt auf, dass angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Zäsuren jede Generation vor einem neuen „Aufbruch ins Ungewisse“ stand.

 

Eingangsportal, Haus der Geschichte Österreich, Foto: Klaus Pichler

 

„Das lange erwartete Museum kommt jetzt in die konkrete Phase der Realisierung. Mit der Eröffnungsausstellung zeigen wir die Ambivalenzen dieser hundert Jahre und verdeutlichen, dass Gegenwart und Zukunft gestaltbar sind.“
hdgö-Direktorin Dr. Monika Sommer

Die Ausstellung führt die Chancen und Herausforderungen der neuen demokratischen Republik vor Augen, thematisiert Aufbruch, Ängste und Unsicherheiten der Zwischenkriegszeit sowie die Ausschaltung der Demokratie und den Terror des NS-Regimes. Ebenso werden zentrale Errungenschaften und Entwicklungen der Zweiten Republik, aber auch der lange Nachhall des Nationalsozialismus in Gesellschaft und Politik aufgegriffen. Auch Österreichs Beitritt und Beitrag zur Europäischen Union wird ein Thema sein.

„Es ist uns besonders wichtig, die Geschichte immer wieder in Bezug zur Gegenwart und in einen europäischen und internationalen Kontext zu setzen.“
hdgö-Direktorin Dr. Monika Sommer

Die Eröffnungsausstellung beleuchtet das widersprüchliche österreichische Jahrhundert in sieben Schwerpunktbereichen und greift Themen auf, die bewegten und es heute noch tun. Als Diskussionsforum für ganz Österreich konzipiert, legt das neue Museum besonderen Wert auf innovative Vermittlungsangebote, ergänzt um eine Webplattform und Publikationen, die neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart Österreichs anbieten. Das Haus der Geschichte Österreich eröffnet am 10. November 2018 in der Neuen Burg am Heldenplatz. Zeitgemäß vermittelt und pointiert erzählt, lädt es zur Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte Österreichs ein. Anlass für die Eröffnungsausstellung ist die 100. Wiederkehr der Ausrufung der Republik im November 2018.

 

Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918
Eine Ausstellung in sieben Themen

Am 12. November 1918 wurde in Wien die demokratische Republik ausgerufen. Das Inferno des Ersten Weltkriegs war zu Ende, die Habsburgermonarchie zerfallen, die Zukunft des neuen Staates völlig offen – ein Aufbruch ins Ungewisse. Hundert Jahre später nimmt die Republik die Zäsur des Jahres 1918 zum Anlass für die Gründung des Hauses der Geschichte Österreich (hdgö). Als ein Höhepunkt des Gedenkjahres 2018 beleuchtet die Eröffnungsausstellung die zwei Republiken, die zwei unterschiedlichen Diktaturen und einen Weltkrieg aus neuen Perspektiven. Sieben thematische Schwerpunkte laden zur Diskussion über Geschichte und Gegenwart ein und machen die Brüche und Kontinuitäten in der Entwicklung von Demokratie und Gesellschaft in diesen hundert Jahren deutlich.

Raum 1, Haus der Geschichte Österreich, Foto: Klaus Pichler

1. „Hoch die Republik“ eröffnet einen differenzierten Blick auf die turbulenten Gründungsjahre der Republik von 1918 bis 1921 mit ihren vielfältigen politischen und sozialen Herausforderungen, aber auch Errungenschaften. Umbruch und Aufbruch werden für die BesucherInnen eindrucksvoll erfahrbar gemacht.

2. „Wunder Wirtschaft?“ fragt nach den wechselvollen Beziehungen von Ökonomie, Politik und Lebensrealitäten der Menschen. Ausgehend von der dramatischen Notsituation nach dem Ersten Weltkrieg über die NS-Zwangswirtschaft bis zum „Wirtschaftswunder“ der Zweiten Republik werden auch die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Demokratie dargestellt – bis hin zur Entstehung der Europäischen Union.

3. „Diktatur, NS-Terror, Erinnerung“ thematisiert die Jahre ohne Demokratie 1933/34 bis 1938 und 1938 bis 1945 sowie deren langen Nachhall bis heute – das Spannungsfeld von Verdrängung und Aufarbeitung legt die Erinnerungskultur der Zweiten Republik offen.

4. „Das ist Österreich!?“ befragt die Entstehung und den Wandel von Österreich-Bewusstsein; mit Blick auf Sport und Touristik, Hymnen und Wappen wird die oft emotionale Frage: „Was ist österreichisch?“ diskutiert.

5. „Grenzen verändern?“ fokussiert auf ausgewählte Geschichten und künstlerische Positionen zur Entstehung und Veränderbarkeit von Grenzen. Es wird vor Augen geführt, dass Grenzen Festlegungen sind und der Umgang mit ihnen gesellschaftlichen Wandlungen unterliegt.

6. „Gleiche Rechte?!“ macht die Kämpfe von Einzelnen und Gruppen für gleiche Rechte und für die Änderung benachteiligender rechtlicher Rahmenbedingungen sichtbar. Diese erzählen zugleich von zivilgesellschaftlichem Engagement und vom Wesen einer lebendigen Demokratie.

7. „Macht Bilder!“ Die begehbare 60-Meter lange Installation führt als chronologischer Handlauf durch Ereignisse und Entwicklungen seit 1918. Anhand vertrauter und weniger bekannter Bilder wird die Geschichte der hundert Jahre zur Diskussion gestellt. Es wird zur Partizipation eingeladen – denn wir alle machen Bilder und schreiben Geschichte.

Raumflucht Ausstellungsräume, Haus der Geschichte Österreich, Foto: Klaus Pichler

Das Haus der Geschichte Österreich versteht sich als Diskussionsforum. Das neue zeitgeschichtliche Museum der Republik eröffnet Deutungsangebote und will zur Auseinandersetzung mit den Ambivalenzen der österreichischen Geschichte im europäischen und internationalen Kontext anregen. Denn der Blick in die Vergangenheit zeigt nicht zuletzt, dass Gegenwart und Zukunft gestaltbar sind. So steht jede Generation immer wieder aufs Neue vor einem Aufbruch ins Ungewisse.

Die Eröffnung des hdgö und der Ausstellung „Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918“ findet am Samstag, 10. November 2018 statt. Die Ausstellung kann man bis 17. Mai 2020 am Heldenplatz besuchen!