Zum Warenkorb
Zurück zum Website

Ermäßigt
€ 6.00 / Stk.
Erwachsene
€ 8.00 / Stk.
Familien-Karte (2 Erwachsene mit mind. einem Kind unter 19 J.)
€ 13.00 / Stk.
Ö1-Clubmitglieder, CLUB WIEN
€ 7.00 / Stk.
SeniorInnen
€ 6.50 / Stk.

Bitte menge auswählen

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück zum Website
OK
OK
Unsere Seite können Sie per Drag&Drop selber gestalten!
Ziehen Sie Elemente aus dem Menü auf die Hauptseite, indem Sie die Maustaste halten. Die Seite bleibt für Sie so, wie Sie die Bilder anordnen, kombinieren oder löschen.

Möchten Sie Ordnung? Klicken Sie einfach auf "Aufräumen“
Zurück
Polizeieinsatz gegen Menschenansammlung auf der Ringstraße, berittene Militärs im Vordergrund bedrängen die Menge, im Hintergrund laufen Polizisten auf Menge zu, FotografIn unbekannt, Wien. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Eskalation der Gewalt

Gewalttätige Ausschreitungen, Zusammenstöße, Heimwehr und Schutzbund, berittene Polizei sind die prägenden Bilder des politischen Alltags der Ersten Republik. Dieser war es nie gelungen, das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen – wohl auch, weil ein Teil der politischen Elite nie daran interessiert war und paramilitärische Organisationen für ihre Zwecke einsetzen wollte. Die Geschichte der Ersten Republik kann so auch als eine Geschichte der Eskalation der Gewalt geschrieben werden: von den Gründungstagen der Republik mit ihren kommunistischen Putschversuchen, mit ihren individuellen Gewalttaten von rechts und links, über den 15. Juli 1927, den Pfrimerputsch 1931, den Terror der NationalsozialistInnen 1933, bis hin zum 12. Februar 1934 und dem <<Juli-Putsch>> der NSDAP 1934.

Die Chronik der politischen Gewalt in der Ersten Republik zeigt einen latenten Bürgerkrieg. Es war der „Geist der Schützengräben” des Ersten Weltkrieges der in der kompromisslosen Frontstellung der politischen Lager fortdauerte – und schließlich in der Ausschaltung der Demokratien und der Zerstörung Österreichs eskalieren sollte.

Dass die blutigen Folgen der Demonstrationen vom Juli 1927 mit 89 Toten und zahllosen Verletzten die Polizei zum Überdenken ihrer traditionellen Bewaffnung veranlassten, ist als Ausnahme in dieser Eskalation zu sehen. Die Säbel der Polizisten hatten den DemonstrantInnen schwere Verletzungen zugefügt, die diese noch mehr radikalisiert hatten. Per Erlass wurde die Bewaffnung der Polizei 1928 durch Gummiknüppel ersetzt. Dies war einerseits eine „humane” Neuerung, andererseits waren Spuren von Misshandlungen, wie US-amerikanische Erfahrungen gezeigt hatten, schwerer nachweisbar: Der Knüppel war vornehmlich gegen die Muskelpartien der Arme und Beine zu richten. Schläge auf den Kopf und ins Gesicht galt es zu vermeiden.

Aufmarsch der steirischen Heimwehr in Eibiswald, FotografIn unbekannt, um 1928. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Schutzbundaufmarsch in Eisenstadt, Albert Hilscher, 1932. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
AutorInnen