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Erklärungen von Grundbegriffen
zu „Europa der Diktaturen“
Hier bieten wir eine Übersicht über Begriffe, die häufig verwendet werden, um politische Entwicklungen zu beschreiben. Diese Erklärungen richten sich an alle, die mehr über die historische Politik Europas wissen wollen. Die Grundlagen und die Sprache orientieren sich an SchülerInnen der achten Schulstufe.
Alliierte

Im Zweiten Weltkrieg waren die Alliierten ein Bündnis von Staaten, das gemeinsam gegen NS-Deutschland und seine Verbündeten kämpfte. Zu diesen Ländern gehörten zum Beispiel Frankreich, Großbritannien, die Sowjetunion und die USA.

Anarchismus

Der Anarchismus ist die politische Forderung nach einer Gesellschaftsform, in der Menschen einander nicht beherrschen sollen und es keinerlei Hierarchien geben soll. Alle Menschen sollen völlig für sich selbst bestimmen können, wie sie ihr Leben führen wollen. Der Anarchismus richtet sich somit gegen praktisch alle Formen von Herrschaft, besonders gegen die Idee von Staaten oder Religionen.

Annektieren

Annexion bedeutet die die gewaltsame Eroberung eines Gebietes, das danach zum Teil des eigenen Staates gemacht wird.

Beispiele dafür sind etwa der Überfall des nationalsozialistischen Deutschen Reichs auf Polen 1939, der Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Antisemitismus

Antisemitismus bezeichnet Feindschaft und Hass gegen Jüdinnen und Juden. Der Antisemitismus kann sich auch gegen Menschen richten, die gar nicht religiös sind oder sich selbst überhaupt nicht als jüdisch verstehen, aber jüdische Eltern oder Großeltern hatten (rassistischer Antisemitismus).

Der Nationalsozialismus und seine Verbündeten verfolgten auf dieser Basis Menschen in ganz Europa und ermordeten sechs Millionen von ihnen in der Schoa (auch Holocaust genannt). 

Bolschewismus

Der Bolschewismus war eine Form des Sozialismus in der Sowjetunion. Die Bolschewiki („Mehrheitler“) waren eine radikale Gruppe in der sozialistischen Bewegung Russlands, die 1917 die Macht übernahm. Im nationalsozialistischen Deutschen Reich wurde der Begriff „Bolschewismus“ mit jeder Form des Sozialismus gleichgesetzt. Dabei wurde er auch verwendet, um gegen Jüdinnen und Juden zu hetzen.

Demokratie

Als Demokratien werden Herrschaftsformen bezeichnet, in denen sich die Machtverhältnisse durch die Mehrheit der Bevölkerung auch wieder ändern können. In voll entwickelten Demokratien sind geheime Wahlen, an denen die meisten Erwachsenen teilnehmen können ebenso selbstverständlich wie Meinungsfreiheit, kritische Medien und der Schutz von Minderheiten. Eine demokratische Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass verschiedene Ansichten öffentlich ausdiskutiert werden und Kompromisse geschlossen werden.

Die Grundlagen der Regeln einer Demokratie werden in Verfassungen festgelegt, in Österreich ist diese 1920 beschlossen und 1945 bei der Gründung eines neuen demokratischen Staates wieder eingesetzt worden.

Deportation

Als Deportation bezeichnet man die zwangsweise Verschleppung politischer GegnerInnen oder ganzer Bevölkerungsgruppen in andere Gebiete oder in Lager.

Das extremste Beispiel dafür sind die Deportationen von Millionen Menschen im Zusammenhang mit Verbrechen des Nationalsozialismus

Diktatur

Eine Diktatur ist ein Staat, in dem Mitbestimmung und Freiheit der Bevölkerung eingeschränkt sind. Anders als in einer Demokratie wird Politik nur mehr von wenigen und nur mehr von oben nach unten festgelegt. Wer in einer Diktatur Gesetze macht und Entscheidungen trifft, wird nicht durch Wahlen bestimmt, an denen die den meisten BürgerInnen mitwirken können. Häufig wird das Ausschalten von freien Wahlen damit gerechtfertigt, dass der „eigentliche Wille des Volkes“ besser von einem „starken Mann“ vertreten werde als durch Parlamente. In einer Demokratie legt das Parlament die Gesetze fest und die Gerichte sind unabhängig. In einer Diktatur werden beide Bereiche von einer Regierung kontrolliert. Außerdem werden die Grundrechte, beispielsweise Presse- und Meinungsfreiheit oder das Recht, zu demonstrieren, abgeschafft. Dass ein Staat eine Diktatur ist, sagt noch nichts darüber aus, wessen Interessen er vertritt. Es gibt rechte genauso wie linke Diktaturen, solche, die vom Militär getragen werden genauso wie solche in einer Monarchie (Königsdiktatur). Demokratie wird meist schrittweise beseitigt. In der Web-Ausstellung „Europa der Diktaturen“ verstehen wir solche Staaten als Diktaturen, in denen Politik und Alltag von diesen Merkmalen bestimmt sind, auch, wenn die offiziellen rechtlichen Grundlagen (Verfassung) und die Präsentation nach außen noch von einer Demokratie sprechen.

„Entente“/ Alliierte

Im Ersten Weltkrieg kämpften zwei große Verbände von Staaten gegeneinander. Auf der einen Seite Österreich-Ungarn, Deutschland, das Osmanische Reich und seine Verbündeten - sie verloren am Ende. Gewonnen haben Großbritannien, Frankreich und Russland. Sie wurden als „Entente“ oder auch als Alliierte bezeichnet.

Die „Entente“-Staaten waren die Sieger des Krieges und schlossen Friedensverträge ab, durch die beispielsweise auch die Grenzen Österreichs festgelegt wurden.  

Faschismus

Der Faschismus ist eine Form der Diktatur, die daran erkennbar ist, dass die Gesellschaft total umgebaut werden soll, um den Vorstellungen einer „ursprünglichen“, „natürlichen Herrschaft des Volkes“ zu entsprechen. Faschismus ist extrem nationalistisch und nutzt öffentliche Gewalt, um politische Ziele zu erreichen und durch „Stärke“ zu beeindrucken. Nach dem Wunsch des Faschismus soll die Gesellschaft streng hierarchisch aufgebaut sein, an ihrer Spitze steht ein „Führer“, der „starke Mann“. Der Begriff stammt von der faschistischen Bewegung unter Benito Mussolini in Italien.

Feminismus

Feministische Bewegungen setzen sich dafür ein, dass Frauen mehr Rechte in der Gesellschaft bekommen. Eine der bekanntesten Forderung war das Wahlrecht für Frauen. Sie wurde von den meisten FeministInnen unterstützt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertraten diese nämlich teils unterschiedliche Ziele: zum Beispiel, dass Mädchen besser ausgebildet würden und Frauen an den Universitäten studieren können sollten, dass Frauen am Arbeitsplatz geschützt sind, dass Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbruch erlaubt sind oder, dass sie eigene Entscheidungen über ihr Leben treffen können (und nicht ihre Väter oder Ehemänner für sie). Feministische Strömungen waren also nicht einheitlich und verfolgten teils sogar widersprüchliche Ziele: So wollten manche die Frauenarbeit fördern, um Selbständigkeit zu ermöglichen. Andere forderten stattdessen, dass Frauen für ihre Tätigkeit als Mutter bezahlt würden, um ohne Erwerbsarbeit leben zu können.

Genozid/„Völkermord“

Als „Völkermord“ oder Genozid bezeichnet man Massenmorde, mit denen gezielt versucht wird, eine Gruppe von Menschen zu verkleinern oder überhaupt zu zerstören. Diese Gruppen werden durch Rassismus festgelegt, als „ethnische Gruppen“ oder „Volksgruppen“. Auch wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, spricht man von einem Genozid – die Absicht macht es aus. Die TäterInnen zwingen mit Gewalt und Terror auch die Überlebenden in die Flucht, dadurch wohnen nicht mehr unterschiedliche „Volksgruppen“ mit- und nebeneinander, sondern ein angeblich einheitliches „Volk“ („ethnische Säuberungen“). Genozide sind ein Ergebnis von extremem Nationalismus. Der Begriff des Genozids wurde geprägt nach dem Völkermord des osmanischen Reichs an den ArmenierInnen um 1915. Der größte war der des nationalsozialistischen Deutschen Reichs und seiner Verbündeten gegen die Jüdinnen und Juden (Schoa oder Holocaust).

Ideologie

Ideologien sind Begriffe, unter denen Überzeugungen, Vorstellungen und Ideale zusammengefasst werden. Alle politischen Überzeugen sind Ideologien, egal, ob sie als links oder rechts bezeichnet werden, beispielsweise der Faschismus, Konservativismus, oder Sozialismus. Ideologien sind aber auch z.B. wirtschaftliche Ideen wie der Liberalismus und der Kommunismus oder politische wie der Nationalismus, Patriotismus, Pazifismus und Rassismus oder die Grundlagen der Umweltbewegung (Ökologismus). 

Justiz

Die Justiz ist das gesamte Rechtssystem eines Staates. Es ist verantwortlich dafür, zu überprüfen, ob Gesetze eingehalten werden und diejenigen zu bestrafen, die das nicht tun. In einem Rechtsstaat behandelt die Justiz alle Menschen gleich und anhand von festgelegten Gesetzen, die nachvollziehbar sind. In einer Demokratie sind diese Gerichte völlig unabhängig und können von PolitikerInnen nicht beeinflusst werden.

Die Grundlagen von demokratischen Rechtsstaaten sind die Grund- und Menschenrechte. Die Menschenrechte werden in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt. Die EU hat eine eigene Erklärung beschlossen, die für die gesamte Union Grundrechte garantiert.

Kapitalismus

Der Kapitalismus ist eine Wirtschaftsform, in der die wirtschaftliche Produktion (z.B. in Fabriken oder Firmen) privat organisiert wird, und nicht durch den Staat. AnhängerInnen des radikalen Kapitalismus fordern, dass der Staat nicht in die Wirtschaft eingreifen soll, da sich der Markt selbst regeln würde. Eines der wichtigsten Ziele im Kapitalismus ist es, so viel Gewinn wie möglich zu machen.

Kolonialismus

Europäische Staaten überfielen Regionen außerhalb des Kontinents, um deren Ressourcen und BewohnerInnen auszubeuten. Die Gebiete, die so kontrolliert wurden, nennt man Kolonien. Sie dienten der eigenen Wirtschaft, aber auch der Verfolgung von symbolischen Zielen, beispielsweise der Selbstdarstellung als Großreich. Die Herrschaft in Kolonialgebieten wurde durch die Unterdrückung und Entrechtung der lokalen Bevölkerung, durch Gewalt und in einigen Fällen auch durch Massenverbrechen wie Genozide aufrecht erhalten. Rassistische Vorstellungen von der Überlegenheit der europäischen Bevölkerung sollten diese Verbrechen rechtfertigen. Sowohl demokratische als auch diktatorisch regierte Staaten verfügten über Kolonien.

Kommunismus

Der Kommunismus ist eine Gesellschaftsform, in der es keine Unterschiede zwischen den verschiedenen sozialen „Klassen“ (Schichten, also zum Beispiel Wirtschaftstreibende und ArbeiterInnen) geben soll. Der Kommunismus richtet sich auch gegen die kapitalistische Wirtschaft: Produktionsmittel (z.B. Fabriken) und Firmen dürfen nicht in den Händen von Privaten sein, sondern sind Eigentum des Staates.

Konservativ

Konservative Politik ist traditionsbewusst und betrachtet Veränderungen meist als etwas Negatives. Die Gesellschaft soll so bleiben, wie sie ist. Fortschrittliche Ideen (z.B. gleiche Rechte für Frauen) wurden von konservativen PolitikerInnen zumeist als Ursprung von Problemen betrachtet.

Korruption

Als Korruption wird betrügerisches und unehrliches Verhalten bezeichnet, durch das jemand eine Machtposition für sich selbst ausnützt. Beispiele dafür sind der Versuch, jemanden zu bestechen oder Bestechungsgeld anzunehmen. Ebenso zählt dazu, wenn jemand sich selbst, Verwandten oder FreundInnen Vorteile auf Kosten der Allgemeinheit verschafft, ohne dass es dafür Gegenleistungen gibt.

In der österreichischen Geschichte sind Beispiele dafür etwa die Strafella-Affäre, der AKH-Skandal oder die Ibiza-Affäre.

Liberal

Liberale Politik betont die Freiheit jedes einzelnen Menschen. Jede/r soll selbstbestimmt so leben dürfen, wie sie/er will. Der Staat soll keinen Einfluss auf das Leben einzelner haben. Ebenso soll er auch nicht in die Wirtschaft eingreifen, die sich selbst regeln soll. Im Gegensatz zum Sozialismus sind im Liberalismus die Interessen einzelner zentral.

Links

Linke Politik betont die Gleichheit aller Menschen. Sie umfasst unterschiedliche politische Strömungen, die versprechen, Ungleichheit und Unterdrückung zu bekämpfen. Dazu zählen zum Beispiel Sozialdemokratie, Sozialismus, Kommunismus oder Anarchismus. Rechte Politik gilt als das Gegenteil linker Politik.

Monarchie

In einer Monarchie steht nicht ein/e Präsidentin an der Spitze des Staates, sondern ein/e Vertreterin einer adeligen Familie, zum Beispiel ein/e KönigIn. Zu dieser Rolle sind sie durch ihre Position in der Familie gekommen, nicht durch Wahlen. Sie können nicht abgewählt werden und nur selten abgesetzt. Monarchien können dennoch auch Demokratien sein, wenn die Politik vor allem von Parlament und Regierungen bestimmt wird. Der/die MonarchIn dient dann nur der Repräsentation. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war die Demokratie in den meisten Monarchien jedoch noch schwach ausgeprägt, heute ist das völlig anders.

In Österreich löste die Republik 1918 die Monarchie ab. Der letzte Kaiser ging ins Exil, weil er sich weigerte, abzudanken. Welche Rolle die Familie der Habsburger in der Politik spielen darf, war daher noch Jahrzehnte danach ein umstrittenes Thema

Nationalismus

Nationalistische Politik geht von massiven Unterschieden aus zwischen dem „eigenen Volk“ und den „anderen“. Was das Gemeinsame einer „Nation“ ausmacht, lässt sich aber nicht klar definieren. Das „eigene“ soll gefördert werden, Minderheiten im eigenen Land aber unterdrückt. NationalistInnen behaupten, dass es gerecht und notwendig sei, dass sie über andere herrschen sollen (das nennt man auch Imperialismus). Extremer Nationalismus rechtfertigt Gewalt oder sogar Krieg gegen „andere Völker“.

Opposition

Als Opposition werden jene politische Gruppen bezeichnet, die nicht an der Regierung beteiligt sind. In den meisten Fällen treten sie als GegnerInnen derjenigen auf, die gerade an der Macht sind. Eine Demokratie ist auch daran erkennbar, dass die Opposition die Möglichkeit hat, die Regierung zu kontrollieren und zu kritisieren. 

Wenn Parteien sich sehr stark auf die Rolle in der Opposition konzentrieren, kann Zusammenarbeit schwierig werden. Beispielsweise scheitern dann Versuche, eine Koalition zu bilden. In Österreich ist das etwa 1931 passiert

Parlamentarismus

Der Parlamentarismus ist ein politisches System, in dem die Macht in einem Staat vom Parlament ausgeht. VertreterInnen der Bevölkerung (ParlamentarierInnen) beschließen im Parlament die Gesetze des Landes. Sie werden in regelmäßigen Abständen demokratisch von der Bevölkerung gewählt (bzw. der größten Gruppe daraus, die aufgrund von StaatsbürgerInnenschaft und Alter dazu berechtigt ist). Kritische Medien sind zur Kontrolle des Parlaments ebenso wichtig wie Diskussionen, die die gesamte Gesellschaft einbeziehen.

PartisanInnen

PartisanInnen sind bewaffnete KämpferInnen mit einem politisch linken Hintergrund, die nicht zu einer staatlichen Armee gehören. Die wichtigste Bewegung waren die PartisanInnen in Südosteuropa während des Zweiten Weltkriegs, die später sogar einen eigenen, diktatorischen Staat gründeten (Jugoslawien).

Auf dem Gebiet des heutigen Österreich sind PartisanInnen die einzige Gruppe, die über lange Zeit bewaffneten Widerstand gegen das NS-Regime leistete.

Patriarchal

Das Patriarchat ist eine gesellschaftliche Ordnung, in der die Macht ausschließlich von Männern ausgeht. Männer bestimmen die Politik. Auch in kleineren sozialen Gruppen, wie der Familie, stehen die Väter im Mittelpunkt. Die weiblichen Familienmitglieder sind den Männern untergeordnet, ebenso wie die Frauen in der Gesellschaft. Gesellschaftliche Werte und Normen werden von Männern abgeleitet: Was als „normal“ für Männer gilt, ist „normal“ für die Gesellschaft.

Patriotismus

Liebe und Stolz in Bezug zum eigenen Heimatland, bzw. -staat.

Propaganda

Im Unterschied zu Journalismus ist Propaganda nicht ausgewogen und versucht zu unterdrücken, was tatsächlich geschieht. Propaganda dient dazu, die Bevölkerung von einer Ideologie zu überzeugen und deren GegnerInnen in schlechtes Licht zu stellen. Propaganda verschleiert häufig ihre Absichten und behauptet zum Beispiel, genau jene Wahrheit zu berichten, die der Bevölkerung angeblich vorenthalten worden wäre. Diktaturen sind daran erkennbar, dass sie nur Propaganda für die herrschende Gruppe zulassen und versuchen, alle anderen Meinungen zu unterdrücken.

Putsch

Als Putsch oder Staatsstreich wird der Versuch einer Gruppe bezeichnet, die Kontrolle über einen Staat zu übernehmen. Am häufigsten sind es Einheiten des Militärs, die ihre Übermacht missbrauchen. Aber auch andere Gruppen haben Waffengewalt genutzt, um die Institutionen eines Staates übernehmen und die bisherigen VertreterInnen von staatlichen Einrichtungen, Behörden und Justiz auszuschalten oder sie zu zwingen, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Beispiele aus Österreich sind der halbherzig geplante Versuch unter Walter Pfrimer 1931 und der Putsch der NationalsozialistInnen 1934, bei dem Kanzler Dollfuß ermordet wurde. 

Rassismus

Mit Rassismus bezeichnet man jede Form der Benachteiligung auf Basis angenommener vererbter Unterschiede zwischen Menschengruppen („Rassen“). Die Wissenschaften dachten, solche „Rassen“ erkennen zu können und behaupteten teils auch, dass diese höher und niedriger „entwickelt“ wären. Damit wurde Ungleichbehandlung und Gewalt bis hin zu Sklaverei und Massenmord gerechtfertigt. Vorurteile (Stereotype) über angebliche Eigenschaften der „Rassen“ halfen bei der Verbreitung dieses Gedankenguts.

Beispiele für Rassismus in der österreichischen Geschichte reichen von der Einschränkung von StaatsbürgerInnenschaften nach der Gründung der Republik über die Behandlung von ArbeitsmigrantInnen in der Zweiten Republik bis zum Extrembeispiel der Verfolgung von Jüdinnen und Juden oder Romnija und Roma in der NS-Herrschaft.

Räte, Räterepublik

Räte sind kleine politische Zusammenschlüsse von ArbeiterInnen, Soldaten und anderen BürgerInnen, die sich für eine Veränderung der Gesellschaft im Sinne sozialistischer Ideen einsetzen. In den Räterepubliken sollten die Räte die Mitbestimmung auf allen Ebenen sicherstellen.

Rechts

Rechte Politik geht von der Verschiedenheit der Menschen aus und sieht Ungleichheit deswegen als normal oder sogar wünschenswert an. Sie umfasst unterschiedliche Strömungen, die für traditionelle gesellschaftliche Werte eintreten oder eine bessere Gesellschaft für das „eigene Volk“ erreichen wollen. Die „eigene“ Gesellschaft soll so bleiben, wie sie ist oder so werden, wie sie früher einmal war. Konservative und nationalistische Gruppen zählen zur politischen Rechten. Linke Politik gilt als das Gegenteil rechter Politik.

Republik

Eine Republik ist ein Staat, an dessen Spitze nicht eine adelige Familie steht (Monarchie), sondern eine Person, von der die gesamte Bevölkerung vertreten werden soll. Meistens ist dieses Staatsoberhaupt ein/e PräsidentIn. Wenn eine Republik auch demokratisch ist, wird dieses Staatsoberhaupt regelmäßig durch freie Wahlen aller Erwachsenen oder durch gewählte VertreterInnen bestimmt.

In Österreich wurde 1918 eine Republik ausgerufen, die nach der NS-Herrschaft 1945 neu gegründet wurde.

Rote Armee

Die Rote Armee war die Armee der Sowjetunion. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte sie gegen NS-Deutschland und seine Verbündeten. Auch die Truppen anderer Räterepubliken nannten sich Rote Armee (zum Beispiel in Ungarn 1919/1920). Diese Staaten waren jedoch nur kurzlebig.  

Sozialdemokratie

Die Sozialdemokratie steckt sich das Ziel einer sozial gerechteren Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen sozialistischen Bewegungen will sie dies mit demokratischen Mitteln (z.B. durch Wahlen) erreichen.

Sozialismus

Der Sozialismus ist eine politisch linke Strömung, die die Gleichheit aller Menschen erreichen möchte. Privater Besitz wird enteignet und Unterschiede teils durch Zwang bekämpft. In der Geschichte bezeichneten sich jene Diktaturen in Europa selbst als „sozialistisch“, die in Zentral- und Osteuropa ab 1945 entstanden (Polen, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Jugoslawien, DDR, Ungarn, Tschechoslowakei).

Zensur

Das Gegenteil von Meinungsfreiheit nennt man Zensur. Dabei schränkt der Staat beispielsweise durch eine Kontrolle der Medien und Überwachung von Gesprächen ein, was gesagt und geschrieben werden darf.