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Hungerrevolten und Streiks

Der Hunger war ein ständiger Begleiter für einen immer größer werdenden Teil der österreichischen Bevölkerung im Ersten Weltkrieg. Trotz der Rationierung der Lebensmittel und der Herstellung von Ersatzstoffen (z.B. mit Kastanienmehl gestrecktes „Kriegsbrot“) konnte die Nahrungsmittelproduktion nur einen stets kleiner werdenden Teil des Bedarfs befriedigen, im letzten Kriegs- und im ersten Friedensjahr 1918/19 wurde nur mehr ein Viertel bis ein Drittel des Bedarfes gedeckt. Vor allem in den Städten wirkte sich die schlechte Lebensmittelversorgung seit dem ersten „Hungerwinter“ 1916/17 massiv aus. „Hamsterfahrten“ aufs Land und die Selbstversorgung durch Schrebergärten linderten die Not nur gering. Als im Jänner 1918 die Mehlrationen um die Hälfte gekürzt wurden, erhob sich ein massiver Protest, der seinen Ausgang von der Industriearbeiterschaft in Wiener Neustadt nahm: Auf dem Höhepunkt des Streiks, am 18. Jänner 1918, befanden sich bis zu 370.000 Arbeiterinnen und Arbeiter im Streik, der freilich ohne unmittelbaren Erfolg blieb.

Hungernde und darbende Proletarier - Protest-Kundgebung, Design: Kommunistische Partei Deutschösterreichs, Graz, 22.2.1919. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.

Das Ende des Krieges verbesserte die Ernährungssituation nicht: Trotz der Aufhebung der alliierten Blockade und zahlreichen ausländischen Hilfsmaßnahmen (Schulausspeisung) blieb die Ernährungssituation prekär. In Wien und in anderen Städten kam es immer wieder zu Hungerrevolten, Streiks und Plünderungen. Im Westen der Republik war die unzureichende Versorgung mit Lebensmitteln eine der Ursachen für den Wunsch nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich. Erst die Stabilisierung der österreichischen Wirtschaft nach dem Ende der Inflation und der <<Einführung der Schillingwährung>> 1924 führte zu einer spürbaren Verbesserung der Ernährungslage.

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