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Konzertplakat, design: Grete Wolf, 28.4.1915, ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung
Musik und Avantgarde um 1918

Avantgarden verfolgen ein radikal neues Verständnis von Kunst: Wichtig ist das Brechen mit Traditionen und die Negation der Autonomie des Kunstwerks sowie der bürgerlichen Institutionen. In der österreichischen Musikszene der 1920er Jahre finden sich diese Merkmale nicht. Komponisten wie Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg hatten zwar das Bedürfnis zum Erneuern, sahen ihr künstlerisches Handeln aber fest in der Tradition verankert. Die von Schönberg in den 1920er Jahren entwickelte „Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ (12-Ton Technik) übte allerdings großen Einfluss auf internationale avantgardistische Strömungen der Nachkriegszeit aus. Einzig der Komponist Josef Matthias Hauer (der unabhängig von Schönberg auch ein 12-Ton-Kompositionssystem entwarf) wollte um 1920 der traditionellen Musik durch zufallsgenerierte Kompositionsstrategien und esoterische Theorien ein Ende setzen, er blieb jedoch ein Außenseiter. Weitere österreichische KomponistInnen (z.B. Alexander von Zemlinsky, Franz Schreker, Johanna Müller-Hermann, Max Brand), die in dieser Zeit als innovativ galten, wurden in den 1930er Jahren ins Exil gezwungen und konnten nur teilweise ihre Karrieren im Ausland fortsetzen. In der Sekundärliteratur werden sie daher manchmal auch als „Die vergessene Avantgarde“ bezeichnet.

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