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Opernball

Der Opernball, wie wir ihn auch heute noch kennen, ist, wenn man es genauer betrachtet, eine „erfundene Tradition“ der rückwärtsgewandten Harmonievorstellungen des Austrofaschismus. Nach der Verhängung der Tausend-Mark-Sperre, dem Bürgerkrieg 1934 und der Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß entschied sich die Regierung repräsentative Bälle als eine von mehreren Maßnahmen zur Belebung des Fremdenverkehrs und zur Hebung des Images Österreichs im Ausland nach historischem Vorbild einzuführen. Die Spitzen aus Politik und Kultur sollten sich erstmals am 26. Jänner 1935 ins Ballvergnügen stürzen und damit gleichzeitig Werbung für das isolierte Österreich machen. Der Opernball orientierte sich nach dem Programmablauf am staatstragenden Hofball der Monarchie und weniger an der Opernredoute, die in den 1920er Jahren viermal als Maskenball stattfand. Nach dem „Anschluss“ fand der Ball am 18. Februar 1939 ein letztes Mal statt. In der Zweiten Republik wurde der Opernball nach Ende der Besatzungszeit wieder ins Leben gerufen und fand am 9. Februar 1956 in der wiedereröffneten Staatsoper statt. In der Folge wurde die Veranstaltung zu einer Erfolgsgeschichte in Sachen Imagewerbung für die Republik Österreich.

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