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Menschenmenge am Wenzelsplatz. Prager Frühling, Franz Goess, 1968. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Prager Frühling

Hinter den Ereignissen im Jahr 1968 in der Tschechoslowakei standen mehrere Antriebsfaktoren: Die stagnierende Wirtschaft rief eine technokratische Opposition hervor, der Gegensatz zwischen Tschechen und Slowaken zeitigte nationalistische Spannungen und viele Kulturschaffende orientierten sich am Westen. Diese Entwicklungen führten dazu, dass zu Jahresbeginn 1968 Alexander Dubček den Stalinisten Antonín Novotný als ersten Sekretär der KPČ (Komunistická strana Československa/ Kommunistische Partei der Tschechoslowake) ablöste.

Nach dem Wechsel in der Führung begannen sofort Reformen, in der Wirtschaft, im kulturellen Leben, bei den Medien und auch in der kommunistischen Partei (KP) selbst. Ein „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ war das Ziel. Die KP war sogar bereit, den politischen Alleinvertretungsanspruch aufzugeben. Die Universitäten, die Kunst und die Literatur blühten auf. Die Reaktion der Sowjetunion ließ nicht lange auf sich warten. Am 21. August 1968 überrollten Panzer den Reformparteitag, eine halbe Millionen Soldaten aus den Warschauer Pakt-Staaten rückten in die Tschechoslowakei ein. Der Prager Frühling war zu Ende. Tausende Menschen traten die Flucht in den Westen an. Im Land selbst herrschte wieder Eiszeit.

Sowjetische Panzer in den Straßen Prags. Prager Frühling, Franz Goess, August 1968. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
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