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Österreichische Nationalbibliothek, FotografIn unbekannt, Wien, 4.5.1930. ÖNB, Bildarchiv Grafiksammlung.
Die Umbenennung der Hofbibliothek

Die Österreichische Nationalbibliothek entstand aus der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, die der Öffentlichkeit bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zugänglich gemacht worden war. Der vielleicht wichtigste, jedenfalls augenscheinlichste Schritt dazu war die Umbenennung, welche erst zwei Jahre nach dem Ende der Monarchie (1920) erfolgte. Damals wurde die Hofbibliothek, die zuvor dem Oberstkämmereramt unterstanden war, endgültig in den Staatsbesitz der jungen Republik übernommen und dem Unterrichtsamt unterstellt. Von ihrem Direktor Josef Donabaum wurden verschiedene Varianten für die neue Bezeichnung der Bibliothek erwogen (Staatsbibliothek, Staats-Zentral-Bibliothek, Bundes-Bibliothek, National-Bibliothek), man entschied sich letztendlich für jene, die am wenigsten ungeeignet erschien. Was aus heutiger Sicht wie selbstverständlich anmutet, war damals jedoch keineswegs unumstritten. Denn Österreich wurde zu Beginn der Zwischenkriegszeit mehrheitlich nicht als eigenständige „Nation“, sondern als ein Teil Deutschlands betrachtet. Die Bibliotheksdirektion und das Unterrichtsamt vermieden es deshalb, die Bezeichnung Nationalbibliothek zusammen mit dem Attribut österreichisch einzuführen. Erst nach einer weiteren Umbenennung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der Nationalbibliothek schließlich die Österreichische Nationalbibliothek.

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