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“I support the House of Austrian History with enormous enthusiasm.” Eric Kandel

Warum braucht Österreich ein Haus für seine Geschichte?
Ein Statement des Neurowissenschaftlers und Nobelpreisträgers Eric Kandel.
Im Rahmen der Verleihung des Ehrendoktorates der Medizinischen Universität Wien traf Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich, im April 2018 den Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Eric Kandel zu einem Gespräch im Hotel Sans Souci Vienna.

Eric Kandel wurde 1929 als Sohn eines Spielwarenhändlers in Wien geboren. Er wuchs am heutigen Alsergrund im 9. Wiener Gemeindebezirk in der Nähe des Technischen Gewerbemuseums auf.  Als 1938 der sogenannte „Anschluss“ an das Nationalsozialistische Deutsche Reich erfolgte, war Kandel 10 Jahre alt. Bald nach dem folgenschweren Ereignis im März 1938 erlebte Eric Kandel Antisemitismus in der Schule und im sozialen Umfeld seiner Familie. Er beschreibt eindringlich, dass von einem Tag auf den anderen nicht-jüdische Freunde nicht mehr mit ihm sprechen wollten. Die Situation spitze sich in den folgenden Monaten zu bis die Familie gezwungen war 1939 schließlich aus Österreich zu fliehen.

Nach den prägenden Erlebnissen in der so genannten „Reichsprogromnacht“ und dem immer stärker werdenden Antisemitismus in Wien, emigrierte die Familie Kandel bald in die Vereinigten Staaten, wo sie in New York ein neues Leben aufbauten.

Eric Kandel besuchte die Grundschule und High School in New York und erhielt als einer der wenigen Schüler ein Stipendium für die Harvard University. Fasziniert  von den biologischen Vorgängen im Gehirn wechselt er 1952 an die New York University wo er Medizin studiert um Psychiater bzw. Psychoanalytiker zu werden. Sein Interesse an neurowissenschaftlichen Grundlagen und seine Erkenntnisse zur Erinnerungsforschung, brachten ihm bald internationale Anerkennung und im Jahr 2000 schließlich den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

„His dedication to his work and the commitment to excel in all aspects of life […] makes him one of the most remarkable neuroscientists of our time.” - Daniela Pollak, Prof. für Verhaltensbiologie

Daniela Pollak, Professorin für Verhaltensbiologie an der Medizinischen Universität Wien und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin Kandels, hielt die Laudatio zur Verleihung des Ehrendoktorates. Sie würdigte die Leistungen des Wissenschaftlers zum besseren Verständnis des Gehirns sowie zur Erforschung grundlegender Prinzipien der Erinnerung, psychischer Erkrankungen und der therapeutischen Effekte der Psychotherapie.  Pollak erklärt, dass Eric Kandel auf Grund seiner schrecklichen Erfahrungen, die er als Kind in Wien 1938 erleben musste, dazu getrieben war das menschliche Gehirn zu verstehen. Er suche nach einer Erklärung wie der Verstand eines Menschen instrumentalisiert werden könne um jene Gräueltaten zu begehen, die auch er im Nationalsozialistischen Regime erleben musste.

Als besonders beeindruckend beschreibt Pollak Kandels nie enden-wollenden Wissensdurst, die Suche nach Erkenntnis und Verständnis und sein Wille, nicht nur aus bewährten Denkmustern auszubrechen sondern auch neue Denkmuster zu entwickeln und inhärent zu leben.

„I support the House of Austrian History with enormous enthusiasm.” - Eric Kandel

In seiner Unterstützungserklärung  für das Haus der Geschichte Österreich schreibt er: „I would hope that this museum would not only recognize the contribution of the Jewish Community to Austria’s cultural life, but also encourage some Jews to possibly settle in Austria once again. In March 1938, Vienna had 200,000 Jews. Now it has about 10,000. I would hope that an honest confrontation with the past would encourage some Jews to consider settling in Austria.
This new museum will not only provide a crucial re-evaluation of Austria’s role in World War II, but it will also be a very important step revitalizing the Jewish Community. I support the House of Austrian History with enormous enthusiasm.”

Eric Kandel und Monika Sommer, April 2018, Fotocredit: Irene Pitnauer-Wolfram