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Wiener Konzerthaus und Musikakademie um 1913, Foto: Allgemeine Bauzeitung (1836–1918), Jg. 1914, Tafel 32. Wikimedia Commons.
Zionistischer Weltkongress

Der 14. Zionistische Weltkongress in Wien im August 1925 brachte der Regierung von Bundeskanzler Rudolf Ramek wütende Kritik und Proteste ein. Ein Sturz der „jüdischen Regierung“ (so die antisemitischen Gegner) konnte gerade noch verhindert werden.

Ramek hatte der Zionistischen Weltorganisation formell jede Unterstützung und Gewährleistung der Sicherheit zugesagt. Als bewusste Provokation hielt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) am 15. und 16. August ihren Bundesparteitag in Wien ab, zu dem Adolf Hitler als Redner eingeladen war. Ramek gab allerdings die Weisung, Hitler an der Einreise zu hindern.

Der als große Gegendemonstration vom Verband deutschvölkischer Vereine gegen den jüdischen Kongress geplante „Wiener Volkstag“ wurde – im Einvernehmen mit dem Bundeskanzler – vorerst untersagt. Trotzdem kam es am 17. August zu großen Kundgebungen mit heftigen Ausschreitungen und bewaffneten, blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Erst am 22. August fand der „Wiener Volkstag“ als Massenaufmarsch am Ring ohne Zwischenfälle statt.

Der Zionistische Weltkongress selbst, an dem etwa 7.000 Personen teilnahmen, lief vom 18. bis zum 28. August im Wiener Konzerthaus ungestört ab. Für das offizielle Österreich nahmen Sozialminister Josef Resch und Polizeipräsident Johannes Schober teil, allerdings kein einziger Vertreter der Sozialdemokratie, die erklärte, die ganze Angelegenheit ginge sie nichts an.

Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Schaffung eines jüdischen Staates Israel in Palästina.

Am Abend vor dem Ende des Kongresses fand anlässlich des Besuchs des Österreichisch-Deutschen Volksbundes eine große Anschlusskundgebung unter starker Beteiligung der Sozialdemokratie statt. Auf dem Turm des Rathauses wehte eine mächtige schwarz-rot-goldene Fahne.

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