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Ausrufung der Republik Deutschösterreich, FotografIn unbekannt, Wien, 12.11.1918. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Republiksgründung

Am 21. Oktober 1918 traten 208 Abgeordnete des Reichsrats zur Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich zusammen. Darunter waren 85 Personen, die Abgeordnete von Gebieten waren, die nach den Bestimmungen des Friedensvertrages von St. Germain nicht bei Österreich verblieben. Diese Provisorische Nationalversammlung setzte am 30. Oktober 1918 die erste Regierung unter Karl Renner ein.

Kaiser Karl verzichtete am 11. November auf seinen Anteil an den Staatsgeschäften. Daraufhin beschloss die Provisorische Nationalversammlung die Ausrufung der Republik für den Folgetag.  Mehrere hunderttausend Menschen zogen vor das Parlament, um die Gründung der Republik zu feiern. Angehörige der kommunistischen Roten Garde rissen den weißen Mittelstreifen aus der rot-weiß-roten Fahne und zogen die roten Streifen alleine auf. Weitere Störversuche konnten eingedämmt werden, der feierliche Moment des Tages, den vor allem die Sozialdemokratie als Fest inszenieren wollte, war aber gestört.

Dennoch gilt der 12. November 1918 als jener Tag, an dem die Republik entstand und an dem die „österreichische Revolution“ kulminierte. Versteht man unter Revolution eine gesellschaftlich-politische Umwälzung von unten nach oben, die einer größeren Zahl von Menschen den Zugang zur Mitbestimmung ermöglicht, ist der Begriff durchaus auf den 12. November anwendbar.

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